Ich muss Dich warnen – heute wird’s haarig! Im wahrsten Sinne des Wortes. Es geht um gesündere Körperpflege.

Kosmetik ist ein eher intimes Thema, über das vielleicht nicht jeder so gerne spricht. Das gilt besonders für die Männer da draußen. Aber mittlerweile ist die Männerdomäne der am stärksten wachsende Bereich der Kosmetikindustrie, das will etwas heißen.

Wir möchten Dir heute gesunde und nachhaltige Alternativen von herkömmlichen Kosmetik-Produkten aufzeigen. Warum und wie Du sie ganz einfach in Deinen Alltag integrierst und Deinem Körper so Stück für Stück zurück zu seinem natürlichen Selbst verhilfst.

Aber zunächst sei die Frage geklärt: warum überhaupt Naturkosmetik?

3 Gründe für Naturkosmetik und gegen herkömmliche Produkte

1. Chemie hat immer Nebenwirkungen

Ein ganz zentraler roter Faden in allen Gesundheitsbereichen folgender: wann immer unserem Körper etwas, was er schon seit hunderttausenden von Jahren gewöhnt ist, genommen wird und durch etwas Künstliches ersetzt wird, (z.B. bei Kopfschmerzen: Ibuprofen vs. Ingwer), gibt es Nebenwirkungen.

Ein Grundsatz in der Pharmazie ist: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Das kann man getrost auf den Kosmetikbereich ausweiten. Warum, wirst Du im Laufe der nächsten Artikel noch öfters erfahren.

Denn man kann von solch konzentrierten, chemischen Stoffen nicht erwarten, wie gewünscht zu funktionieren, ohne Schäden auf der Haut/ in den Haaren zu hinterlassen.

2. Brechstange vs. Nachhaltigkeit

Die meisten Massenprodukte der Kosmetikindustrie zielen auf eine schnelle, aber nicht nachhaltige Wirkung ab. Ein Effekt soll immer sofort spürbar sein, damit der Kunde das Produkt auch sofort wieder kauft.

Aber leider haben diese Produkte, wie schon gesagt, Nebenwirkungen, die Du vielleicht nicht nach einer Woche, sondern nach einem Jahr spürst. Naturkosmetik wirkt nachhaltig, ein Leben lang, ohne Nebenwirkungen.

3. Kostenpunkt

Naturkosmetika sind einfach, schnell und günstig herstellbar. Ehrlich gesagt sind es nur eine Handvoll Basiszutaten, die Du für verschiedenste Dinge toll miteinander kombinieren kannst.

Und auch, wenn es scheint, als seien Massen-Kosmetika unschlagbar günstig: Naturkosmetika sind oft noch günstiger auf lange Sicht.

Zusatz: Es ist wichtig, hin und wieder auch die alltäglichen Gewohnheiten zu hinterfragen. Ob sie uns mehr nützen oder belasten. Und tagtäglich bombardieren wir unseren Körper mit Chemie, ohne das zu hinterfragen oder gar darauf zu achten.

Eine kleine Challenge?

Wie wäre es mit einer kleinen Challenge? Wie wäre es, anstatt von heute auf morgen alles umzustellen, einfach jede Woche ein Naturprodukt ausprobieren?

Und nach dieser Woche entscheidest Du dann selber, ob es längerfristig einen Versuch wert ist oder nicht. So mache ich es, von Natur aus Skeptiker, auch immer.

Eine Woche ist nicht lange, und wenn es nichts bringt, kannst Du immer noch zum Ausgangspunkt zurück.

Haarpflege – Das Shampoo hat ausgedient

Fangen wir an beim wichtigsten Körperteil, das tagtäglich einer heftigen Chemiekeule ausgesetzt ist: Deinen Haaren!

Warum Shampoo ersetzen?

Der Hauptinhaltsstoff in Shampoo ist ein Stoff namens Sodium-Laureth-Sulfat (SLS). Im Bio-Labor verwende ich tagtäglich einen sehr eng verwandten Stoff davon, nämlich das Sodium-Lauryl-Sulfat (SDS), um Proteine zu zerstören. Kein Witz!

Und was denkst Du, passiert, wenn SLS auf Deine Haare trifft? Zur Erinnerung: Haare sind Proteinfäden, die ähnlich einem Scooby-Doo-Band ineinander verstrickt sind. Und SLS löst diese Verbindungen, es entsteht der bekannte Spliss. Die Spitzen werden so rauh, brüchig und einfach nicht schön. Das kannst Du Dir sparen!

Ein weiterer Grund gegen Shampoo ist Deine Kopfhaut. Diese ist von Natur aus mit einer dünnen Fettschicht überzogen, um sie vor dem Austrocknen zu schützen und um Pilze fernzuhalten, die zu Schuppen führen.

Wenn also die Chemiekeule kommt und alles, die komplette Fettschicht, wegspült, ist die Kopfhaut „nackt“ und ungeschützt. Sie reagiert sofort panisch mit der Produktion von neuem Fett plus ein wenig extra Fett, damit es nie wieder zum Austrocknen kommt. Die Folge: fettiges Haar.

Die nun folgenden Naturstoffe haben alle den gewünschten reinigenden Effekt auf die Haare, lösen Schmutz und einen guten Teil des Fettfilms, und zwar genau so viel, damit noch ein wenig auf der Kopfhaut übrig bleibt, ohne dass die Haare fettig bleiben. Es ist verblüffend, wie gut das funktioniert! Bereit für diese Stoffe?

Honig

Moment mal, wie soll Honig Schmutz lösen, der besteht doch aus Zucker!? Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Allerdings: In Salatdressings wird Honig als Emulgator verwendet, er verbindet die Fettphase (Öl) mit der wässrigen Phase (Essig, Wasser) und löst so Schmutz und Fett auf der Kopfhaut und den Haaren.

Anwendung: 1-2 Teelöffel flüssigen Honig in die Haare einreiben und ausspülen.

Nicht vergessen: Waschbecken/Dusche gut ausspülen, damit nichts klebt 🙂

Besonders zu empfehlen bei: dünnen, kraftlosen Haaren; kurzen Haaren

Bedingt zu empfehlen bei: sehr langen und voluminösen Haaren. Hier wird wohl eher zu viel Honig verbraucht.

Eigene Erfahrung: Ich weiß, Honig ist nicht dafür gemacht, in die Haare gerieben zu werden. Allerdings brauchst Du wirklich nur minimale Mengen davon, mit einer 500ml-Tube Flüssighonig reiche ich 6 Monate hin. Und in den letzten Jahren habe ich viel mit Haarpflege ausprobiert, und bin dann vor 3 Jahren vollends auf Honig umgestiegen. Die Haare sind immer voll, voluminös, und nicht fettig.

Apfelessig

Apfelessig eignet sich besonders für alle mit langen Haaren. Essig ist sehr dünnflüssig und lässt sich einfacher in den Haaren verteilen. Außerdem löst er auch sehr gut Schmutz und tötet Bakterien und Pilze (die zu Schuppen führen) auf der Kopfhaut.

Anwendung: einen großzügigen Schluck auf den Kopf geben und gut verteilen, gut ausspülen. Bei Schuppen den Essig in die Kopfhaut massieren und 3-5 Minuten einwirken lassen.

Nicht vergessen: hinterher gut ausspülen, Essig riecht sauer

Besonders zu empfehlen bei: langen, voluminösen Haaren; bei Schuppen

Bedingt zu empfehlen bei: Menschen, die Essig absolut nicht riechen können

Eigene Erfahrung: reinigt so gut wie Honig, aber mit meinen kurzen Haaren nehme ich lieber Honig. Allerdings habe ich alle 6 Monate in Stressphasen Schuppen, da ist Apfelessig mein Mittel der Wahl. Nach nur einer „Behandlung“ sind die Schuppen auch sofort wieder weg.

Natron

Findige Leser werden jetzt einwenden, dass Natron kein Naturstoff ist. Stimmt, Natron ist ein chemisches Erzeugnis, allerdings schon sehr lange als Hausmittel gegen allerlei Dinge in Gebrauch. Zum Haare waschen wunderbar geeignet, allerdings sehr viel stärker als die bisherigen Mittel.

Anwendung: ein Teelöffel Pulver in den Haaren verreiben, eine Minute einwirken lassen und ausspülen.

Nicht vergessen: Haare gut ausspülen, damit sich keine weißen Pulverreste später auf der Kleidung widerfinden.

Besonders zu empfehlen bei: Schnellhilfe bei fettigen oder verfilzten Haaren, bei langen Haaren längerfristig gut geeignet

Bedingt zu empfehlen bei: kurzem und eher dünnem Haar, da Natron ein viel stärkeres Reinigungsmittel als Honig oder Essig ist.

Eigene Erfahrung: Da ich kurze Haare habe und Natron einen sehr starken Reinigungseffekt hat, verwende ich Natron nur selten. Bei langen Haaren aber wie gesagt zu empfehlen.

Selbstgemachtes Styling-Gel

Unsere kleine Haarkur wäre nicht abgeschlossen, wenn kein Mittel für das Styling genannt würde! Wir wollen schließlich die Haare nicht nur reinigen, sondern auch (für die „Kurzhaarigen“) gut aussehen lassen!

Wo Menschen mit langen Haaren mit Volumen und Glanz punkten, können es Menschen mit kurzen Haaren auch mit einem guten Styling. Die Inhaltsstoff-Liste in Haargelen lässt sich allerdings nur mit Chemie-Studium entziffern. Warum so umständlich, wenn es einfach geht?

Wir präsentieren: Das Styling-Gel aus Kokosöl und Bienenwachs!

Bienenwachs ist der wichtige Inhaltsstoff in herkömmlichen Gels, allerdings lassen wir die ganz unnötige Chemie weg:

Anwendung: 50g Kokosöl, 50g Bienenwachs/Ceralan und bei Bedarf für guten Geruch einige Tropfen ätherisches Öl im Wasserbad schmelzen, mischen, in ein geeignetes Gefäß abfüllen und an der Luft (ohne Deckel) trocknen lassen.

Nicht vergessen: Wenn das Gel die Haare noch nicht so gut hält, das nächste Mal einfach mehr Wachs für die Rezeptur nehmen (z.B. 40g Kokosöl, 60g Wachs)

Besonders zu empfehlen bei: kurzen, widerspenstigen Haaren, die bei herkömmlichem Gel zu schnell verkleben

Bedingt zu empfehlen bei: langen Haaren, man verbraucht dann recht viel

Fazit – Haarkur ganz ohne Chemie?

Mit den heute genannten Hausmitteln wirst Du für jede Gelegenheit und Haarbeschaffenheit Deine Haare nachhaltig reinigen und pflegen können. Sie werden weniger widerspenstig (schuppig, fettig, verfilzt, splissig) sein und mehr glänzen. Weniger Chemie, weniger Nebenwirkungen.

Für den nächsten Artikel kannst Du Dich auf weitere Tipps und Tricks für eine natürlichere und schonendere Körperpflege freuen, dort werden dann Naturmittel für die Zahnpflege, Hautpflege und Deo’s in den Fokus gerückt.