In diesem Artikel erfährst Du, wie Gerüche alte Erinnerungen hervorrufen können, einen intensiven Einfluss auf Deine Emotionen haben und wie Du diese Tatsache dazu nutzen kannst, Deine Entspannung, Deinen Schlaf, Dein Energielevel und Deine Konzentrationen zu optimieren. Außerdem erkläre ich Dir, wie Du ätherische Öle dazu verwendest, gezielte Veränderungen anDeiner Stimmung vorzunehmen.

Gerüche können starke Gefühle hervorrufen und Deine Performance verbessern

Ich experimentiere seit einiger Zeit mit ätherischen Ölen und konnte teilweise eine spürbare und messbare Verbesserung meiner Leistungsfähigkeit wahrnehmen. So habe ich mit Pfefferminz Öl meine Aufmerksamkeit und Energie steigern können. Konträr habe ich mit Lavendel Öl und Zitronenmelissen Öl meine Schlafqualität verbessert.

Du kennst das sicherlich aus eigener Erfahrung: Dir steigt ein irgendwie bekannter Geruch in die Nase und Du spürst sofort ein starkes Gefühl in Dir. Sei es das Parfüm eines Ex-Partners, der Geruch des Hauses der Großeltern oder ein Geruch, der Dich an Deine frühe Kindheit erinnert. Nicht immer kommt Dir eine konkrete Erinnerung in den Sinn, aber das Gefühl ist fast immer intensiv. Je nach Erfahrung kann das ein sehr positives oder ein eher negatives Gefühl sein.

Doch auch Düfte, denen keine Erinnerungen anheften, können anziehend, abstoßend oder anregend wirken. Das liegt am Verarbeitungszentrum für Gerüche. Verantwortlich dafür ist das limbische System. Der Teil des Gehirns, der Erfahrungen verarbeitet und mit einem „emotionalen Gehalt“ markiert. Gerüche werden hier ohne Umweg verarbeitet und haben direkten Einfluss auf die Gemütslage.

Der Geruch glücklicher Menschen könnte einen Einfluss auf Deine eigene Stimmung haben

Zu dem Ergebnis kommt zumindest eine Studie der SIRC. Positive Menschen haben in vielerlei Hinsicht einen positiven Einfluss auf Deine Gemütslage. Einer dieser Wege scheint die Nase zu sein. Zufriedenheit und Glücksgefühle lassen Stoffe entstehen, die womöglich mit unserem Schweiß ausgestoßen werden und an die Menschen in der Umgebung Signale aussendet. Wir scheinen diese Stoffe nicht nur zu erkennen und zu riechen, sondern durch sie auch noch direkt in positiver Weise beeinflusst zu werden.

Ältere Untersuchungen konnten bereits herausstellen, dass negative Emotionen wie Angst und Ekel über den Schweiß kommuniziert werden und andere Menschen beeinflussen.

Es scheint also nun noch einen weiteren guten Grund dafür zu geben, sich mit glücklichen und erfolgreichen Menschen zu umgeben, als mit ständigen Nörglern und Neinsagern.

Ätherische Öle haben erwiesenermaßen einen großen Einfluss auf Deine Bioprozesse und Deine Gehirnfunktion

In einer Studie wurde untersucht, ob Lavendel (ein entspannender Geruch) oder Rosmarin (ein stimulierender Geruch) hat eine leistungssteigernde Wirkung haben und mithilfe von EEG-Feedback und Mathe-Aufgaben die Wirkung dieser Gerüche auf die mentale Leistungsfähigkeit ermittelt.

Die Lavendel Gruppe zeigte eine erhöhte Beta Aktivität, hatte weniger depressive Stimmungen und berichtete von einer erhöhten Entspannung. Sie löste die Mathe-Aufgaben schneller und genauer als vor der Aroma-Anwendung.

Die Rosmarin Gruppe zeigte eine gedämpfte frontale alpha und beta Aktivität, was auf eine erhöhte Aufmerksamkeit hindeutet. Sie hatten geringere Angst-Wertungen und erwähnten eine größere Entspannung bei gleichzeitig hoher Aufmerksamkeit. Die Matheaufgaben löste die Gruppe zwar schneller, aber nicht genauer.

Neben dieser Studie an gesunden Probanden, gibt es außerdem eine Reihe an interessanten Studien mit Demenz-Erkrankten. Auch hier konnten durch den Einsatz ätherischer Öle signifikante Verbesserungen der Symptome festgestellt werden. Mittlerweile stellen sie eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Therapie dar.

So hackst Du mit ätherischen Ölen Deine Stimmung und Leistungsfähigkeit

Als ich die starke Wirkung von Gerüchen und ätherischen Ölen begriff, machte ich mich gleich daran mit Ihnen zu experimentieren und die wirksamsten Öle herauszufiltern. Im Folgenden findest Du meine Empfehlungen und die optimale Anwendungsweise.

Entspannende Öle

Lavendel Öl – Der Klassiker der sedativen, also beruhigenden, ätherischen Öle. Es wirkt entspannend, kann die Schlafqualität verbessern und die Einschlafdauer verkürzen. Für eine optimale Wirkung gibst Du einfach wenige Tropfen auf ein Taschentuch, welches Du neben Dein Kissen platzierst. (Gute Preis/Leistung: Lavendel Öl)

Zitronenmelissen Öl – Als Nahrungsergänzung, Extrakt und Tee wurde Zitronenmelisse als effektives Anxiolytikum und als mildes Beruhigungsmittel eingesetzt. Ob es als ätherisches Öl die gleiche Wirkung entfaltet ist unklar. Ich konnte in meinen isolierten Versuchen allerdings eine entspannende Wirkung und eine bessere Schlafqualität feststellen. Es lässt sich wunderbar mit Lavendel Öl kombinieren. (Gleiche Anwendung) (Ich empfehle: Zitronenmelisse Öl Bio)

Stimulierende Öle

Pfefferminz Öl – Dieses Öl kann profunde Wirkungen auf Dein Energie-Level haben. Es wird teilweise zur Behandlung von Störungen des Nervensystems und gegen psychische Ermüdung eingesetzt. Du kannst das Öl entweder auf Deine Handgelenke geben oder mit einem Zerstäuber im Raum versprühen. (Je nachdem ob Du im Raum verweilst oder unterwegs bist.) (Meine Empfehlung: Pfefferminz Öl)

Zitronengras Öl – Mit diesem Öl habe ich auch sehr gute Erfahrungen für eine erhöhte Aufmerksamkeit und einem gesteigerten Energie-Level gemacht. Du kannst es wie das Pfefferminz-Öl entweder isoliert oder in Kombination anwenden. (Zu empfehlen: Zitronengras Öl)

Und Du solltest wieder mehr Zeit in der Natur verbringen

Nicht nur Gerüche aus der Vergangenheit und ätherische Öle haben einen Einfluss auf Deinen Körper, sondern auch die natürlichen Düfte der Natur. In Japan gibt es etwas, das man Wald-baden nennt – „Shinrinyoku“ auf japanisch.

Es kann einen wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem haben und wird dort von Ärzten verschrieben. Man geht sogar davon aus, dass es präventiv gegen die Entwicklung von Krebs wirkt. (Siehe Einzelnachweise „Effect of forest bathing trips on human immune function„)

Also: Back to the roots. Geh wieder mehr in die Natur. Bewege Dich dort. Atme die Luft ein und steigere Deine Performance.